BzL Nord - 10. Spieltag

 

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Döbelner SC – FC Bad Lausick 6:0 (1:0)


Als Christian Mörschke früher in den Heinz-Gruner-Sportpark kam, waren die Döbelner meist nicht glücklich über sein Dasein. Denn Mörschke war einst Sturmtank beim ehemaligen Bezirksligisten ESV Delitzsch und machte es den Döbelner regelmäßig schwer. Doch seit diesem Samstag ist er ein gern gesehener Gast. Denn mit einer hervorragenden Leistung als Schiedsrichter leitete er das Spitzenspiel der Bezirksliga zwischen dem Tabellenführer und dem FC Bad Lausick. Es war für alle Beteiligten und Zuschauer sichtbar, dass der Delitzscher selbst Fußball auf Bezirksligaebene gespielt hat und in das Spiel keine unnötige Hektik brachte. Dass es erneut ein Kantersieg wird, dieses Mal gegen einen der Mitfavoriten, war selbst für die treuesten Döbelner ein Wunschgedanke. Doch am Ende verließen die Kurstädter mit gesenkten Köpfen den Platz, wurden sie vor allem in der zweiten Halbzeit regelrecht vorgeführt und somit war auch das halbe Dutzend an Gegentoren keine Überraschung mehr.
Das Spiel begann taktisch geprägt, beiden Mannschaften merkte man den Respekt voreinander an. Die zahlreichen Zuschauer sahen wenig Torraumszenen und flüssige Kombinationen. Bad Lausick setzte auf Bewährtes aus alten Fußballerzeiten, spielten mit klassischen Libero und stellten Sebastian Martin komplett zur Manndeckung gegen Martin Schwibs ab. Im Laufe des Spiels machte dieser seine Saisontore 13 und 14, zusätzlich wurde er im Strafraum von den Beinen geholt was zum 1:0 durch Stephan Krondorfs verwandelten Elfmeter führte. Also war diese Maßnahme klassisch nach hinten los gegangen. Nach dem verwandelten Strafstoß wurde das Spiel dynamischer und offener. Bad Lausick investierte mehr in Richtung Döbelner Gehäuse, doch die Gastgeber standen gegen individuell starke Kurstädter sicher und ließen nichts zu.
Die einzige gute Möglichkeit für die Gäste ergab sich nach einem Fehlpass von Sebastian Heyna, als sich die Mannschaft im Vorwärtsgang befand. Doch freistehend schoss Jens Mauersberger über das Tor. So blieb es dabei, Torsten Jentzsch hatte in der ersten Hälfte nicht eine Möglichkeit sich auszuzeichnen.
Zwar mahnten die Trainer mehr Ruhe und Gelassenheit an, um das Spiel mit der Führung im Rücken besser kontrollieren zu können, doch die Döbelner taten das allerbeste für einen Sieg – sie schossen unmittelbar nach Wideranpfiff das 2:0. Nach überragender Einzelleistung von Stephan Krondorf köpfte Toni Bunzel praktisch zur Vorentscheidung ein. Die Platzherren legten die Nervosität ab und spielten gegen eine frustriert kämpfende Lausicker Mannschaft tollen Offensivfußball. Die Tore waren allesamt sehenswert und die 320 Zuschauer kamen auf ihre Kosten. In Stuttgart gab es früher das „magische Dreieck“ mit Elber, Bobic und Balakov. Scheinbar ist diese Formation im Bezirksligafußball wieder auferstanden, denn Martin Schwibs, Toni Bunzel und Stephan Krondorf waren weiter für das Torschießen zuständig, während die gesamte Mannschaft durch diszipliniertes Abwehrverhalten die Grundlage für einen erneut denkwürdigen Fußballnachmittag legte. Toni Bunzel köpfte nach schöner Flanke von Ronny Singer ein und Martin Schwibs sorgte binnen zwei Minuten mit zwei wunderschönen Direktabnahmen für das 5:0. Lediglich in der Schlussphase, als alle Messen gesungen waren, kamen die Gäste zu einer guten Möglichkeit durch Marcel Hengst, die aber Torsten Jentzsch mit seiner einzigen Aktion  an diesem Tag glänzend zunichtemachte. Nach dem Schlusspunkt von Toni Bunzel kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Mit nunmehr 33:07 Toren und 25 Punkten führt der Döbelner SC die Tabelle souverän an. Dass die Döbelner torgefährlich sind, bewiesen sie in den vergangenen Jahren stets. Doch in dieser Saison scheint die Defensivarbeit der Muldenstädter der absolute Erfolgsgarant zu sein. Denn mit nur 15 Gelben Karten in zehn Spielen spiegelt sich der disziplinierte Fußball wieder, den sich die Mannschaft seit dem ersten Spieltag verinnerlicht hat und sich somit bereit für weitere Aufgaben zeigt. Die nächste schwere gilt es bereits in zwei Wochen beim Auswärtsspiel in Naunhof zu überwinden.


Döbelns Trainer Steffen Eichhorn sagte nach dem Spiel: „Ein so deutliches Resultat gegen eine individuell stark besetzte Bad Lausicker Mannschaft konnte man nicht unbedingt erwarten. Es war letztendlich aber auch in dieser Höhe verdient, weil unsere Mannschaft unter dem Strich den klügeren Fußball spielte. Mehr mit den Kopf, weniger aus dem Bauch heraus! In der zweiten Hälfte sah es dann phasenweise auch richtig gut aus. Wesentlich über Bezirksliganiveau agierte auch der Delitzscher Schiedsrichter Mörschke. Er leitete das umkämpfte Match unauffällig souverän. Hut ab!“


Döbelner SC: Jentzsch, Peschel (80. Zerge), Seidel (51. Leimner), Krondorf, Heyna, Schwibs, Glaffig, Bunzel, Firley, Hußner (75. Lißner), Singer


FC Bad Lausick: Hofmann, Richter (56. Tripke), Linke, Schmiedel, Walter, Hengst, Wipper (58. Wiegner), Ziffert, Mauersberger, Martin, Schafeew (68. Kluge)


Tore: 1:0 Krondorf (33. FE), 2:0, 3:0 Bunzel (47., 58.), 4:0, 5:0 Schwibs (64., 66.), 6:0 Bunzel (90.)


Schiedsrichter: Mörschke (Delitzsch)


Zuschauer: 320


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Stand: 16. November 2011.